Leonardo gilt als das Universalgenie der Renaissance. Der „uomo universale“ widmete als Künstler sein Erkenntnisstreben allen Themen menschlichen Interesses. Als einer der größten Maler aller Zeiten schuf er weltberühmte Werke wie das Mailänder „Abendmahl“ oder die „Mona Lisa“ und die „Anna Selbdritt“. Die magische Faszination des geheimnisvollen Meisters beruht auf der Tiefe seiner kunsttheoretischen Reflexionen, die von seinen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen nicht zu trennen sind. Bereits die Zeitgenossen waren zutiefst fasziniert von seiner Magie und das 19. Jahrhundert erklärte ihn dann endgültig zu einem der großen Genies der Menschheitsgeschichte.
"Meine Rom-Leidenschaft ist übrigens tief neurotisch" - wer einmal in der Stadt am Tiber war und in ihre Unerschöpflichkeit, ihre fast 3000jährige Geschichte abgetaucht ist, wird Sigmund Freuds Worten zustimmen und diese Neurose an sich erfahren haben. - Also: Warum nicht den Ursachen dieser Passion nachspüren oder sie erwecken?
Drei Sitzungen können freilich nur Schlaglichter auf Rom werfen: auf ihre mythische Herkunft aus dem zerstörten Troja, auf ihr Wachsen aus kleinsten Anfängen zu einem Weltreich, das in der Völkerwanderungszeit untergeht und als Idee im römisch-deutschen Kaiserreich bis ins 19. Jahrhundert hinein doch fortbesteht, auf eine Stadt, die unter christlichem Vorzeichen in Renaissance und Barock die höchsten Höhen in Bildender Kunst und Architektur erklimmt und vor allem für deutsche Künstler, Literaten und Musiker zu einer unerschöpflichen Inspirationsquelle wird.
Die kurze Veranstaltungsreihe mit Helmut Russegger, einem fundierten Rom-Kenner, will davon einen ersten Überblick vermitteln.
Kurstermine: 30.09./21.10./11.11.2026
Hinweis: Die angemeldeten Teilnehmer treffen sich am ersten Kursabend um 18.25 Uhr am Haupteingang des Karlsgymnasiums.
Schon die Zeitgenossen des Renaissancegenies sprachen vom „divino“ – dem „Göttlichen“ – und bestaunten dessen Universalität und schier übermenschliche Schaffenskraft. Alles was dieser „Titan“ anpackte, schien grandios zu werden. Kaum ein Künstler hat über Jahrhunderte hinweg so folgenschwer gewirkt wie er. Mit ihm schien in der Kunst alles anders geworden zu sein. Die Aura der „Piéta von St. Peter“, des „Moses“, des „David“ oder der Sixtinischen Fresken wie auch viele weitere seiner Werke lassen seit Generationen die Besucher ehrfürchtig erschaudern.
Der „göttliche“ Raffael feierte bereits in jungen Jahren große Erfolge als Madonnenmaler. Am Hof der Humanistenpäpste in Rom geriet er in den Bann Michelangelos und wurde zum monumentalen Freskenmaler mit einer großen und bestens organisierten Werkstatt, dem kein Auftrag zu groß erschien. Seine weltberühmten Werke in den „Loggien“, den „Stanzen“ und der “Farnesina“ setzten künstlerische Maßstäbe für Jahrhunderte. Der Stil Raffaels prägte die Klassizisten und barocken Akademiker bis in die Moderne hinein. Auch die Nazarener verehrten ihn. Allein schon seine gewaltige Wirkungsgeschichte macht ihn zu einem der größten Künstler aller Zeiten.
Rodin war neben zeitgenössischen Meistern auch von der Gotik und Michelangelo beeinflusst. Im Zeitalter des Impressionismus wurde er zum Erneuerer der Plastik und einem der berühmtesten Künstler aller Zeiten. Charakteristisch für seine beeindruckenden Werke ist die unruhig bewegte Oberfläche, die Licht und Schatten virtuos zur Wirkung kommen lässt. Immer auch ist bei ihm die Form Ausdruck seelischer Erregung, häufig gesteigert durch das Belassen im Fragmentarischen. In der Geschichte der Plastik zählt er zu den herausragenden Meistern. Sein Name muss in einem Atemzug mit Donatello, Michelangelo, Bernini und Canova genannt werden.
